Gute Fotos – Schlechte Fotos

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Eigentlich müsst es guter Fotograf:in – schlechter Fotograf:in heissen. Aber was ist schlecht und was ist gut?

Dass liegt oft im Auge des Betrachters. Der oder die einen finden die Bilder gut und andere finden sie schlimm. Vielleicht betrachten die Menschen die Bilder auch aus einem anderen Blickwinkel. Ein Fotograf schaut auf Foto ganz anders wie ein normaler Betrachter. An dieser Stelle bedarf es deswegen etwas Nachhilfe. Damit du auf der Suche nach einem Fotograf:in nicht auf die Nase fällst!

Nummer 1: Das Portfolio. Fast jeder Fotograf hat ein Portfolio mit Beispielen aus den Arbeiten die er schon gemacht hat. Besitzt er/sie sowas nicht, kann das nur zwei Gründe haben. Erstens: Er/Sie hat keine wirklich guten Bilder. Oder zweitens: Er/Sie ist unwissend. Beides nicht unbedingt ein gutes Zeichen, wenn ich dort mein Geld lassen möchte. Aber auch ein volles und schönes Portfolio kann täuschen. Zur Schande meiner Zunft, sind einige Fotografen dazu übergegangen ihre Portfolio mit Fotos zu füllen, die überhaupt nicht von ihnen sind. Kostenlose Bilderplattformen wie https://pixabay.com/de/ liefern teils echt gute Fotos von Fotografen, die man kostenlos benutzen darf. (Die Fotos in diesem Artikel sind z.B von Pixabay!) Sich im Portfolio mit fremden Federn zu schmücken ist natürlich moralisch extrem fragwürdig und verzerrt den Wettbewerb. Aber wie erkennt man ob ein Bild gar nicht von dem Fotografen/in ist? Schaut euch das Portfolio an. Stechen dort Bilder vom Stil oder der Qualität extrem raus, macht das Bild groß, erzeugt einen Screenshot (oder wenn die Seite es zulässt, ladet das Bild runter). Geht auf https://www.google.de/imghp?hl=de. Das ist die Bildersuche von Google. Dort könnt ihr euren Screenshot oder das Bild hochladen. Google zeigt euch dann wo dieses Bild schon überall verwendet wurde. Meistens landet man dann auch bei Pixabay und der Fotograf:in ist entlarvt. So jemanden möchte man natürlich nicht sein Geld geben! Ich stelle im übrigen auch kostenlose Bilder bei Pixabay zur verfügung: https://pixabay.com/de/users/exedrius77-2205997/

Foto von Pixabay

Nummer 2: Ein Fotograf:in kommt immer mit riesiger Kamera und riesigem Objektiv! Dieser Punkt ist viel mehr ein Mythos wie die Realität. In Zeiten wo die Technik immer ausgereifter ist und alles kleiner wird, ist es natürlich vollkommen paradox zu denken das gilt nicht für Fotografen:innen. NATÜRLICH gibt es viele Fotografen:innen die auch noch mit alter Technik super Bilder machen. Denn letztendlich mach die Person das Bild und nicht die Kamera. Aber es liefert doch ein Indiz dafür, das man vielleicht genauer hinsehen sollte.

Foto von Pixabay

Nummer 3: Der Preis! Ein Satz den ich fast täglich höre: „Aber bei Fotograf XXX kostet dass nur XXX Euro“ Meine Antwort: „Ja, das muss es auch!“ Damit ist das Ende der Diskussion meistens erreicht. Den Auftrag bekomme ich in der Regel trotzdem. Fotografen haben Kosten. Und das meistens nicht zu wenige. Hier mal ein kleines Rechenbeispiel mit fiktiven Zahlen.

Shooting: 100 Euro
Dauer: 1 Stunde
Bildbearbeitung: 2 Stunden
Fahrt/Materialkosten/Versicherungen/Porto: 20 Euro
Steuern: (knapp 50% die wir beiseite legen müssen)

Also 3 Stunden Arbeit für 80 Euro (Material usw. abgezogen) – 50% Rücklage Finanzamt = 40 Euro : 3 Stunden. Dann läge ich knapp über dem angestrebten Mindestlohn. Davon muss ich meine Miete bezahlen, Krankenversicherung, Essen auf den Tisch bringen…

Man muss kein Genie sein um zu erkennen, das dass gar nicht klappen kann. Um den Preis halten zu können müsste ich an vielen Ecken sparen, wo man es besser nicht machen sollte. (Sich die Steuern sparen findet das Finanzamt selten lustig!) Oder an der Bildbearbeitung sparen. Worunter wieder die Bilder leiden und somit der Kunde.

Preisschwankungen sind ok und im freien Wettbewerb vollkommen normal. Wenn aber ein Kollege:in vollkommen aus der Reihe schlägt, dann wird das Gründe haben. Das sollte jeden Kunden:in aufhorchen lassen.